ZEK steht fĂŒr die „Zentralstelle fĂŒr Kreditinformation“. Schweizerische Finanzdienstleister tauschen ĂŒber den Verein zur FĂŒhrung einer Zentralstelle fĂŒr Kreditinformation (ZEK) gegenseitig Kredit- und BonitĂ€tsinformationen ĂŒber juristische Personen sowie Privatpersonen (in beschrĂ€nktem Umfang) aus damit diese vor KreditausfĂ€llen geschĂŒtzt werden können. Die Datenbank der ZEK umfasst mehr als 1,4 Mio. Kundendaten. In seiner Arbeitsweise ist die ZEK mit der in Deutschland tĂ€tigen SCHUFA vergleichbar.

Die ZEK besteht im Grunde bereits seit dem Jahr 1945. GegrĂŒndet unter dem Namen „Meldezentrale“ wurde 1968 der „Verein zur FĂŒhrung einer Zentralstelle fĂŒr Kreditinformation (ZEK)“ gegrĂŒndet. Das Informationssystem des ZEK wird seit dem Jahr 1974 elektronisch gefĂŒhrt.

Der Verein zur FĂŒhrung einer Zentralstelle fĂŒr Kreditinformation (ZEK) ist Inhaberin der ZEK-Datensammlung. Finanziert wird der ZEK durch BeitrĂ€ge und AbfragegebĂŒhren. Der Verein zur FĂŒhrung einer Zentralstelle fĂŒr Kreditinformationen  (ZEK) verfĂŒgt ĂŒber einen Vorstand, eine GeschĂ€ftsstelle sowie eine Kommission fĂŒr Technik und Finanzen. Das ZEK-Informationssystem wird durch IBM Switzerland mit Sitz in ZĂŒrich betrieben. Organisatorisch und personell ist die ZEK eng mit der Informationsstelle fĂŒr Konsumkredit (IKO) verbunden, rechtlich sind beide jedoch voneinander unabhĂ€ngig.

Um Mitglied des Vereins werden zu können muss man ein Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungs-Sektor sein.  Per 1. Januar 2012 hat der Verein 89 Mitglieder (2010: 85 Mitglieder; 2008: 88 Mitglieder), darunter viele Universalbanken (UBS, Credit Suisse, Raiffeisen, Bank Coop, Migros Bank) sowie diverse Kantonalbanken, Leasinggesellschaften und Kartenherausgeber.

Die Datenbank des ZEK wird elektronisch gefĂŒhrt und ist im WebDatareg des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) registriert. Die Datenbak lĂ€sst sich in ein Customer Information Control Sytem einbinden und erlaubt beispielsweise die Abfrage ĂŒber webbasierte Anwendungen.

Die ZEK-Datenbank umfasst insbesondere folgende Daten:

  • Personendaten: Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, Beruf, Zivilstand (fakultativ), Vertragspartnerprobleme, Vertragspartnerinfrmationen.
  • GeschĂ€ftsdaten‘: Kredite, MietvertrĂ€ge, Kredit-, Kundenkarten, Zahlungsstörungen, Kartenkredite, Amtsinformationen.

Eine Eingabe in die Datenbank des ZEK erfolgt durch eine genormte Meldung durch die Mitglieder. FĂŒr gewisse GeschĂ€fte (z. B. Kreditgesuche) sind die Mitglieder meldepflichtig. Ansonsten sind Meldungen freiwillig. FĂŒr Datenmeldungen wird eine VergĂŒtung gutgeschrieben.

Zugriff auf die Datenbank haben nur autorisierte Mitglieder sowie von diesen beauftragte, von der ZEK autorisierte Drittfirmen. Bei jeder Abfrage ist ein Anfragegrund anzugeben. Ein besonderer Interessenachweis ist aber nicht erforderlich. Die Datenbankabfrage erfolgt auf konkrete Anfrage oder, wenn sich wesentliche Beurteilungskriterien fĂŒr registrierte Personen Ă€ndern, automatisch an die betroffenen Mitglieder. Datenabfragen sind gebĂŒhrenpflichtig.

Eine Abfrageverpflichtung haben Mitglieder vor der PrĂŒfung von Kreditgesuchen. Im Übrigen ist die Abfrage freiwillig. Eine typische freiwillige Abfrage bezweckt die ÜberprĂŒfung von beliebigen Vertragsangeboten, von eigenen laufenden VertrĂ€gen oder des Firmeninhabers einer juristischen Personen.

Die ZEK-GeschĂ€ftsstelle gewĂ€hrt Behörden auf berechtigte Anfragen hin Auskunft. ZEK Daten dĂŒrfen innerhalb der Schweiz an kantonale Behörden weitergegeben werden.

Jede Person hat ein Auskunftsrecht betreffend ĂŒber sie gespeicherte Daten gemĂ€ĂŸ §8 des Datenschutzgesetzes. Das Auskunftsrecht kann grundsĂ€tzlich ohne Nachweis eines Interesses geltend gemacht werden. Die Auskunft ist in der Regel kostenlos und muss innert 30 Tagen erteilt werden. Auf das Auskunftsrecht kann nicht verzichtet werden.

Die Aufbewahrungsdauer richtet sich nach dem registrierten Vorgang. Ein offenes Kreditgesuch wird z.B. 3 Monate lang gespeichert; der Hinweis auf eine Bevormundung dagegen maximal 30 Jahre lang. Vertragspartnerprobleme werden 5 Jahre lang aufbewahrt. Im Einzelnen kann die Aufbewahrungsdauer einem Reglement entnommen werden.

Die ZEK-Datenbank enthĂ€lt Angaben ĂŒber die BonitĂ€t in Codeform. Diese BonitĂ€ten werden an Dienstleister innerhalb und außerhalb der Schweiz verkauft.

Die Mitglieder sind, wie jeder Inhaber einer Datensammlung, gemĂ€ĂŸ §5 des Datenschutzgesetzes verpflichtet, fĂŒr die VollstĂ€ndigkeit und Richtigkeit der von ihnen gespeicherten Daten zu sorgen. Da die ZEK Inhaber ihrer Datensammlung im Sinne von §3i des Datenschutzgesetzes ist, können Beanstandungen des Inhaltes einer ZEK-Auskunft direkt an den Verein gerichtet werden, ohne zuvor das betreffende Mitglied zu kontaktieren. In begrĂŒndeten FĂ€llen muss die ZEK falsche EintrĂ€ge korrigieren.

Die Mitglieder sind verpflichtet, aus der Datenbank bezogene Daten nicht an Dritte weiter zu geben. GefĂ€lligkeitsabfragen (z. B. an gute Kunden oder fĂŒr den Privatgebrauch von Mitarbeitern) sind unzulĂ€ssig.

Die Banken unter den Mitgliedern unterstehen dem Bankgeheimnis. FĂŒr die ĂŒbrigen Mitglieder gilt zumindest das Datenschutzgesetz. Zur Absicherung lassen sich die Mitglieder durch ihre Kunden zur Datenweitergabe an die ZEK berechtigen. Dazu dienen z. B. AGB oder Antragsformulare fĂŒr Hypotheken, Leasing oder Kreditkarten.

Weitere Informationen finden sie hier auf der Webseite des ZEK.

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